Ich geh doch nicht mit jedem mit!

25.08.2020
Foto: clipdealer.de

Ein Frem­der spricht ein Kind auf dem Schul­weg an und for­dert es auf, ihm zu fol­gen. Er lockt wahl­wei­se mit Süßig­kei­ten oder Kätz­chen oder droht, dass die Mama böse wür­de, wenn das Kind nicht mit­kä­me …

Wie kann man Kin­der sen­si­bi­li­sie­ren, ohne sie zu ver­ängs­ti­gen und in Panik zu ver­set­zen? Zunächst ein­mal ist wich­tig zu beden­ken, dass 90 Pro­zent der Miss­brauchs­fäl­le in der Fami­lie und im engen Umfeld der Kin­der gesche­hen. Daher reicht es nicht, vor „Frem­den“ zu war­nen. Außer­dem funk­tio­niert die War­nung vor einem Men­schen, der klei­ne Kätz­chen als Mit­tel benutzt, nicht, wenn das Kind jeman­dem begeg­net, der mit süßen Kanin­chen oder einem tol­len Baum­haus lockt. Der bes­te Schutz für Kin­der ist ein gesun­des Selbst­be­wusst­sein und eine kla­re und offe­ne Abspra­che zwi­schen Eltern und Kin­dern.

Hier eini­ge Tipps, die wir in Zusam­men­ar­beit mit der Poli­zei Pots­dam zusam­men­ge­tra­gen haben:

  • Die ers­te Regel ist, dass Kin­der immer nur in Abspra­che mit ihren Eltern mit jeman­dem mit­ge­hen, egal ob der­je­ni­ge „fremd“ ist oder nicht, denn irgend­wie ist der net­te Nach­bar ja auch nicht fremd, oder?
  • Nicht nur Män­ner sind Täter! Kin­der soll­ten auch nicht mit frem­den Frau­en, Jugend­li­chen oder auch Kin­dern mit­ge­hen. Letz­te­re könn­ten auch als „Lock­vo­gel“ ein­ge­setzt sein. 
  • Wenn mög­lich, soll­ten Kin­der min­des­tens zu zweit unter­wegs sein. Gut ist es, wenn die Kin­der sich bewusst sind, dass sie auf­ein­an­der acht­ge­ben sol­len, also auch zum Bei­spiel bei einem Streit zusam­men­blei­ben.
  • Man kann sein Kind ermu­ti­gen, sich Hil­fe zu holen, wenn es Angst vor jeman­dem hat oder auch nur unsi­cher ist. Es kann bei einem Haus klin­geln oder Pas­san­ten um Hil­fe bit­ten. Laut wer­den ist gut.
  • Kin­der, die auto­ri­tär erzo­gen wer­den, haben schlech­te­re Kar­ten, wenn sie von Unbe­kann­ten ange­spro­chen wer­den. Schließ­lich müs­sen sie Erwach­se­nen ja gehor­chen. Star­ke Kin­der dür­fen auch zuhau­se ihre Bedürf­nis­se aus­drü­cken und „Nein“ sagen, wenn Sie etwas nicht möch­ten.
  • Ein offe­ner Umgang mit Kör­per­lich­keit und dem The­ma Sexua­li­tät schützt die Kin­der am bes­ten. Es ist wich­tig, dass ein Kind weiß, dass es selbst bestim­men darf, wer es anfasst und wer nicht.
  • Kin­der soll­ten nie an ein Auto her­an­tre­ten, wenn sie dar­aus ange­spro­chen wer­den. Sie könn­ten pro­blem­lo­ser hin­ein­ge­zo­gen wer­den.

Wei­te­re Tipps und Hin­wei­se sind unter www.polizei-beratung.de zu fin­den. Auf www.kinderwache.de gibt es Spiel- und Info­an­ge­bo­te für Kin­der – und ganz neben­bei üben sie auch noch die Not­ruf­num­mer 110.

Und hier noch ein Buch­tipp!