Das Familienmagazin für Potsdam und Umgebung

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Das Familienmagazin für Potsdam und Umgebung

Illustrationen: strichfiguren.de/AdobeStock

Ein guter Start in die Schule

Wie in jedem Som­mer star­tet für meh­re­re Tau­send Kin­der in Pots­dam und Umge­bung ein neu­er Lebens­ab­schnitt. Die Schul­zeit beginnt. Für Kin­der ste­hen in der Regel Vor­freu­de und Neu­gier­de im Mit­tel­punkt, für Eltern bedeu­tet das, ihr Kind wie­der ein biss­chen mehr los­zu­las­sen. Alle müs­sen sich an die neue Situa­ti­on gewöh­nen. Wir haben Tipps und nütz­li­che Infor­ma­tio­nen zusam­men­ge­stellt für einen guten Anfang in der Schu­le. Wer sich zu ein­zel­nen The­men ver­tieft infor­mie­ren möch­te, kann über die ange­ge­be­nen Links auf unse­rer Web­sei­te weiterlesen.

Die Vor­be­rei­tung auf die Schule

Die meis­ten Grund­schu­len haben sich auf ihre „Neu­an­kömm­lin­ge“ gut ein­ge­stellt. In den Wochen vor Schul­be­ginn gibt es in eini­gen Schu­len soge­nann­te „Schnup­per­ta­ge“. Sie die­nen dazu, den Kin­dern ihre zukünf­ti­ge Umge­bung ver­traut zu machen. Wenn du die Mög­lich­keit hast, nut­ze die­se Tage!

Bevor es über­haupt los­geht mit der Schu­le, braucht dein Kind eine gan­ze Men­ge an Aus­stat­tung, wie zum Bei­spiel einen Schul­ran­zen (oder Schul­ruck­sack/-tasche). Er soll­te sowohl für den Rücken gesund sein als auch dem Kind gefal­len. Leer soll­te er maxi­mal 1,3 Kilo­gramm wie­gen und befüllt nicht mehr als 10 Pro­zent des Kör­per­ge­wich­tes haben. Auch soll­te das Gewicht gut ver­teilt sein, wenn die Tasche voll ist. Dafür gibt es bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen. → Schul­ran­zen — wor­auf Eltern ach­ten sollten

Aber auch Mate­ria­li­en wie Hef­te, Stif­te etc. benö­tigt dein Kind. Für die rich­ti­ge Schreib­mo­to­rik sind geeig­ne­te Stif­te ein wich­ti­ger Fak­tor. Haben die Stif­te zum Bei­spiel eine rutsch­hem­men­de Ober­flä­che und die rich­ti­ge Län­ge? In der Regel ab der 2. Klas­se braucht dein Kind einen Fül­ler, dafür ist es beson­ders rat­sam, dass es meh­re­re Fül­ler aus­pro­biert, damit Stift und Feder zur eige­nen Moto­rik pas­sen. → Den Stift im Griff haben

Links­hän­der soll­ten für sie geeig­ne­te Mate­ria­li­en bekom­men, wobei nicht alle unbe­dingt sinn­voll sind. Eine Links­hän­der­sche­re ist ein Muss, ein Line­al mit „ent­ge­gen­ge­setz­ter“ Ska­lie­rung nicht. Da sich Links­hän­der in einer zumeist auf Rechts­hän­dig­keit ein­ge­stell­ten Welt zurecht­fin­den müs­sen, ist es rat­sam, sie, wo es für sie mög­lich ist, mit Rechts­hän­der-Uten­si­li­en umge­hen zu las­sen. → Links oder Rechts?

Wel­che Mate­ria­li­en ansons­ten wirk­lich gebraucht wer­den, erfährst du von den Leh­re­r*in­nen. Man­che Läden in Pots­dam bie­ten übri­gens das kos­ten­lo­se Ein­schla­gen von Schul­bü­chern an, es muss nur das Mate­ri­al gezahlt wer­den. → www.potskids-branchenbuch.de/einkaufen/buero-schreibbedarf

Eine wich­ti­ge Vor­be­rei­tung ist das Üben des Schul­we­ges, mit Bus, Fahr­rad oder zu Fuß. → Sicher zur Schule

Bezie­hun­gen sind wichtig

Man­che „alte“ Freund­schaft aus Kita-Zei­ten wird gelöst, weil Freund*innen eine ande­re Schu­le besu­chen, man sich sel­te­ner sieht oder ande­re Kin­der in den Mit­tel­punkt der Auf­merk­sam­keit rücken. Neue Freun­de zu fin­den, ist eine nicht unwe­sent­li­che Auf­ga­be für dein Kind, und auch im spä­te­ren Schul­le­ben wird es viel­leicht eini­ge Ent­schei­dun­gen von sei­nem Freun­des­kreis abhän­gig machen. Wenn es dei­nem Kind schwer­fällt, Kon­tak­te zu fin­den, ver­ab­re­det euch gemein­sam mit ande­ren Eltern und ihrem Kind zu einer Akti­vi­tät — am bes­ten zu einer, die die gemein­sa­men Inter­es­sen der Kin­der trifft, damit die­se gleich einen Anknüp­fungs­punkt finden.

Die Hat­tie-Stu­die hat erge­ben, dass der wich­tigs­te Fak­tor für den Lern­erfolg von Kin­dern ihre Bezie­hung zur Lehr­kraft ist. Wenn es dort ech­te Pro­ble­me gibt, soll­test du das The­ma ange­hen. → Du bist dazu ein­fach zu dumm

Dazu gehört es auch, nicht vor den Kin­dern schlecht von der Schu­le zu reden, das ver­un­si­chert sie und führt zu einem Loya­li­täts­kon­flikt. → Ein­ge­wöh­nung in die Schule

Aber auch das eige­ne Enga­ge­ment in der Schu­le trägt zu einer guten Bezie­hung mit der Schu­le bei. Und man bekommt vie­les von dem mit, was in der Schu­le pas­siert. Es ist daher ins­be­son­de­re zum Schul­be­ginn wich­tig, zu den Eltern­aben­den zu gehen! Und schon mal über­legt, Eltern­vertreter*in zu wer­den? → Mit­ma­chen lohnt sich

Die eige­ne Haltung

Der Ein­stieg in die Schu­le ist für dein Kind eine gro­ße Her­aus­for­de­rung. Es begeg­net ihm viel Neu­es. Da kann es in den ers­ten Schul­wo­chen pas­sie­ren, dass Din­ge in der Schu­le lie­gen­blei­ben, Hef­te oder Jacken ver­ges­sen wer­den. Am bes­ten die wich­ti­gen Sachen mar­kie­ren, aber vor allem Geduld haben und dem Kind Zeit zur Ein­ge­wöh­nung geben. Und viel­leicht Ver­lo­re­nes gemein­sam in der Schu­le suchen.

Die Vor­aus­set­zun­gen, die jedes Kind für die Schu­le mit­bringt, sind sehr unter­schied­lich. Ver­glei­che dein Kind nicht mit ande­ren. Auch ist es moti­vie­ren­der für dein Kind, wenn du sei­ne Stär­ken beach­test, anstatt auf die Din­ge zu schau­en, die noch nicht so gut funk­tio­nie­ren. Wich­tig ist es, ins­be­son­de­re zu Beginn, die Moti­va­ti­on zu erhal­ten. → Moti­va­ti­on in der Schu­leIntel­li­genz ist nicht alles

Es ist gut, wenn du dei­nem Kind ver­mit­telst, dass ein auf­re­gen­der, manch­mal anstren­gen­der, aber grund­sätz­lich span­nen­der Lebens­ab­schnitt mit der Schu­le beginnt.

Das Fach Mathematik

„Mathe ist nicht allein rech­nen, Mathe ist vor allem For­schen, Erkun­den, Bewei­sen, Argu­men­tie­ren! Hier trifft sich Mathe­ma­tik mit Spra­che; Kin­der soll­ten über mathe­ma­ti­sche Sach­ver­hal­te dis­ku­tie­ren, Behaup­tun­gen bewei­sen oder wider­le­gen kön­nen. Ein paar Tipps für den Mat­he­ein­stieg: Fin­den Sie Ober­be­grif­fe mit Ihrem Kind (Audi, VW und Trak­tor – was sind das alles?) Ver­glei­chen Sie Anzah­len mit Ihrem Kind: Wo ist mehr als/weniger als? Ist ein Ele­fant mehr als eine Maus? Las­sen Sie Ihr Kind schät­zen: Haben wir mehr Mes­ser als Löf­fel? Ver­glei­chen Sie, ob 5 Fin­ger nicht nur an einer Hand, son­dern auch an 2 Hän­den (3 und 2) gezeigt wer­den kön­nen? Dis­ku­tie­ren Sie, wenn Sie zum Bei­spiel im Kino sind, auf dem wie­viel­ten Platz das Kind sitzt. Ist der 5. Platz das glei­che wie 5 Plät­ze? Je inten­si­ver Sie mit Ihrem Kind spre­chen und nach­den­ken über Anzah­len, des­to bes­ser berei­ten Sie es vor.“ (Ute Grimm, Zen­trum zur The­ra­pie der Rechen­schwä­che Pots­dam)Ein guter Ein­stieg in das Fach Mathe

Bas­tel­tipp: Zah­len-Memo­ry

Das Fach Deutsch

„Die Vor­aus­set­zun­gen, die Kin­der zu Schul­be­ginn für das Schrei­ben­ler­nen mit­brin­gen, sind sehr unter­schied­lich. Eini­ge kön­nen schon detail­reich malen, ande­re mühen sich zum Bei­spiel beim Zeich­nen eines Men­schen sehr ab oder haben kei­ne Lust, einen Stift in die Hand zu neh­men. Lei­der wird in der ers­ten Klas­se mit glei­chem Maß gemes­sen und für jeden ABC-Schüt­zen ist dann das „g“ gleich geformt. Des­halb rate ich allen Eltern vom Ver­gleich ab. Schau­en Sie auf Ihr eige­nes Kind. Gleich bei den ers­ten Haus­auf­ga­ben immer die Bemü­hung und die Selbst­stän­dig­keit loben, auch wenn die Buch­sta­ben noch nicht per­fekt geformt sind. Aller Anfang ist schwer: Bit­te nicht schie­ben! Gelas­se­ne und wohl­wol­len­de Beglei­tung hilft am meis­ten.“ (Swant­je Gold­bach, Päd­ago­gi­sche Lei­te­rin „Lern­werk“)
Vor­le­sen – eine Insel der Geborgenheit

Rou­ti­nen sind hilfreich

Ein gere­gel­ter Tages­ab­lauf kann dei­nem Kind Halt und Ori­en­tie­rung geben. In den ers­ten Schul­mo­na­ten emp­fiehlt es sich, nach­mittägliche Akti­vi­tä­ten und Ter­mi­ne erst ein­mal zu redu­zie­ren, damit dein Kind nicht über­for­dert wird.

In der Schu­le wer­den – im bes­ten Fal­le – bestimm­te Ritua­le und Arbeits­for­men grund­le­gend ein­ge­führt: die täg­li­che Begrü­ßung, der Erzähl­kreis, die Refle­xi­on mit den Kin­dern, das gemein­sa­me Früh­stü­cken und die Pau­se mit den Paten aus der höhe­ren Klas­se zum Beispiel.

Aber auch zuhau­se muss ein neu­er Rhyth­mus gefun­den wer­den, für pünkt­li­ches Auf­ste­hen und Los­ge­hen zum Bei­spiel. Fällt das nicht so leicht, kann es eine Hil­fe sein, eine Über­sicht zu gestal­ten – eine „To-do-Lis­te“ in Bil­dern: Auf­ste­hen, Anzie­hen, Früh­stü­cken, Zäh­ne put­zen, Los­ge­hen. Das Kind soll­te mög­lichst selb­stän­dig dabei agieren.

Aber auch Haus­auf­ga­ben, Schreib­tisch auf­räu­men und rich­tig die Schul­ta­sche packen gehört zu den neu­en Ritua­len, die ein­ge­übt wer­den soll­ten. Dabei nicht die Pau­sen und Zei­ten zum Aus­ru­hen ver­ges­sen! → Das Stress­the­ma Haus­auf­ga­benHaus­auf­ga­ben-Tipps für Eltern

Umgang mit Problemen

Die Schu­le eröff­net Lern­chan­cen und ist für dein Kind ein Weg zu mehr Selb­stän­dig­keit. Sie kann das Gefühl der eige­nen Selbst­wirk­sam­keit erhö­hen und Kin­dern ihre Stär­ken bewusst machen. Wenn alles gut läuft. Was aber, wenn nicht? Es gibt eine Rei­he ganz schul­spe­zi­fi­scher Pro­ble­me, mit denen unse­re Kin­der kon­fron­tiert sein kön­nen. Das fängt an beim Aus­hal­ten von Kri­tik, zum Bei­spiel für ver­ges­se­ne Haus­auf­ga­ben, und geht hin zu even­tu­ell schlech­ten Bewer­tun­gen für Schul­leis­tun­gen. Ein wenig soll­ten wir unse­ren Kin­dern schon zutrau­en, etwas aus­zu­hal­ten – das kann sie auch stär­ken. Bei allem Wil­len, dein Kind zu unter­stüt­zen, lass ihm genü­gend Raum zum Selb­stän­dig­wer­den, löse nicht sofort alle ver­meint­li­chen Pro­ble­me selbst. Umgang mit Kri­tik und das Aus­hal­ten von Frus­tra­ti­on gehö­ren zum Leben dazu! → Resi­li­enz – Von Löwen­zahn­kin­dern und Orchideenkindern

Mit­un­ter tre­ten mas­si­ve­re Schul­pro­ble­me auf: Lern­schwie­rig­kei­ten, Schul­angst, Mob­bing, Unru­he (AD(H)S) und Kon­zen­tra­ti­ons­pro­ble­me. Wenn du den Ein­druck hast, dein Kind lei­det über­mä­ßig in der Schu­le, dann suche das Gespräch mit den Lehrer*innen oder nimm ande­re Bera­tungs­mög­lich­kei­ten in Anspruch. → AD(H)S: Ver­träumt, ver­z­ap­pelt, abge­lenktMan­geln­de Kon­zen­tra­ti­on – Wie kann Ergo­the­ra­pie hel­fen?Mob­bing – Ein­grei­fen statt wegsehen

Frei­zeit ist Freizeit

Aller Anfang ist auf­re­gend, und was Kin­der in den ers­ten Schul­wo­chen leis­ten, ist enorm. Des­halb soll­te dein Kind genug Frei­zeit haben, die es selbst gestal­ten kann. Braucht es nach der Schu­le erst ein­mal Ruhe oder möch­te es sich mit den neu­en Freun­den tref­fen? Der Wech­sel zwi­schen Anspan­nung und Ent­span­nung ist wich­tig. → Früh übt sichDes Guten zuviel

Viel­leicht sucht ihr euch, wenn es passt, für die ers­ten Feri­en – die Herbst­fe­ri­en – einen ruhi­gen, schö­nen Urlaubs­ort zusam­men aus. Oder ihr unter­nehmt etwas Beson­de­res hier vor Ort. Auch die ers­ten Feri­en sind ein Grund zum Fei­ern. Ideen dazu fin­dest du hier: → www.potskids.de/veranstaltungen-potsdam

Buch­tipp: Gemein­sam schlau statt über Schu­le meckern

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