In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal haben uns für euch auf dem Erlebnishof Klaistow umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Ob zur Spargelzeit, zur Erdbeer- oder Heidelbeerernte oder zur Kürbisausstellung – der Erlebnishof Klaistow hat zu jeder Zeit viel zu bieten. Fanny (10) darf dort einen wunderbaren Ferientag verbringen.

Schon bei der Anfahrt sehen wir die schier endlosen Heidelbeerfelder, umgeben von hohen Kiefern. Wir sind uns einig, dass wir erst einmal pflücken werden. Dann sehen wir allerdings die Rutschen und werfen den Plan wieder über den Haufen. Wir wollen auf jeden Fall dort anfangen. Gesagt – getan. Fanny rutscht zuerst die spiralförmige Tunnelrutsche, für die man einen hohen Holzturm hinauf muss. Nicht schlecht, aber es geht noch besser. Wir schnappen uns zwei Reifen und steigen die Treppe hoch. Von oben sieht die Abfahrt steiler aus als von unten und wir brauchen einen Moment, um uns zu trauen, dann sausen wir kreischend los. Die nächste Fahrt machen wir zusammen auf einem Reifen, danach wieder alleine. Könnte den ganzen Tag so weiter gehen, aber es ist heiß und wir sind schon ganz schön ins Schwitzen gekommen. Darum stellen wir uns auf dem Spielplatz eine Weile in den erfrischenden Sprühregen. Eine Wohltat. Kleinere Kinder tummeln sich an den Planschhüpfburgen, wo es eine Reifenwasserrutsche gibt.

Um auch von innen noch etwas abzukühlen, steuern wir die Eis-Scheune an. Es gibt zwar auch Blaubeereis mit Früchten direkt vom Hof, das lecker aussieht, aber gegen Cookieeis hat es keine Chance. Das wird erstmal genüsslich auf der Kuhbank geschleckt, die sich gegen Erdbeersessel und Heidelbeersitze durchgesetzt hat. Gleich daneben gibt es noch einen Stall mit süßen Kaninchen, die wir kurz beobachten, bevor wir uns Richtung Heidelbeerfeld aufmachen. Zuerst kommen wir allerdings noch an dem kleinen Nostalgieriesenrad vorbei, das Fanny mutig alleine besteigt. „Den Wald von oben zu sehen, war richtig schön“, sagt sie, und nun machen wir uns endgültig auf den Weg, der aber weiterhin voller Ablenkungen steckt. Für die Rundfahrt im Jeep interessiert sich Fanny nicht, dafür für das Streichelgehege mit den Ziegen umso mehr. Die haben allerdings schnell genug von uns und verkrümeln sich in ihre Ruhezone. Macht aber nichts, denn wir haben ja noch viel vor.

Im Wald selbst locken am Wegesrand noch ein paar Kletterelemente, die ausgetestet werden, dann sind wir am Eingang und dürfen uns jede ein Körbchen für circa ein Kilo Heidelbeeren nehmen. Wir werden zu Feld Nummer 3 geschickt. Das ist nochmal ein ordentlicher Marsch, aber unterwegs wandern auch schon einige Beeren, die über das Absperrband ragen, in unseren Mund. Wir sind einfach zu ungeduldig und sie sind sooo lecker! Allerdings hängen an unserem Zielfeld noch viel größere und reifere, die noch schmackhafter sind. Fanny sammelt emsig und als sie unsere Ausbeute vergleichen möchte, ist mein Korb tatsächlich noch leer. Ups! Die snacken sich aber auch echt schön weg. Aber dann legen wir beide richtig los und nach etwa einer dreiviertel Stunde ernten sind die Behälter bis zum Rand gefüllt. Weit laufen mussten wir dafür innerhalb des Feldes nicht, denn die Sträucher hängen prall voll. Wir sind richtig zufrieden mit der Ausbeute.
Beim Zurückgehen werden wir immer langsamer. Wir könnten noch Damwild von einem Ausguck bewundern, aber wir sind ganz schön platt und wollen lieber noch in den Hofshop. Dort kaufen wir noch zwei süße kleine Kühltaschen in Rosa mit Kirschen darauf, in die jeweils ein Heidelbeerkörbchen passt, Heidelbeerlippenbalsam, einen Heidelbeerlolli und einen mini Heidelbeer-Sahne-Likör.

Viel zu schnell sind drei Stunden um und wir gehen zu unserer Reservierung im Hofrestaurant, wo es freitags, samstags und montags ein Sommer-All-You-Can-Eat-Buffet gibt. Das lockt natürlich auch mit Heidelbeervariationen. An der Waffelstation, an der es köstlich duftet, könnt ihr euch beispielsweise noch Heidelbeeren oder Heidelbeersoße als Topping wählen. Leider haben wir dank Eis und Beeren naschen gar nicht so großen Hunger, um alles zu probieren. Ein bisschen Crème brulée zum Nachtisch geht aber selbstredend immer.
Danach ist noch etwas Zeit, bis unser Bus kommt. Rutschen, Hüpfkissen und alles mögliche andere ist zwar verlockend für Fanny, aber wir entscheiden uns für den kühlen Sprühregen auf dem Spielplatz. Nicht einfach kurz durchrennen – wir bleiben einfach darunter stehen, bis es überall von uns heruntertropft. Herrlich. Als wir zur Haltestelle schlendern, sind wir ein kleines bisschen wehmütig, dass wir für das Maislabyrinth neben uns genau einen Tag zu früh dran sind, aber es ist auch nicht weiter tragisch – auch so ist es ein rundum gelungener Ausflug, von dem Fanny auch gleich Papa, Oma und Opa begeistert erzählt.
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal haben uns für euch im Baumkronenpfad BAUM & ZEIT umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Familien kommen vor allem für den Baumkronenpfad BAUM & ZEIT zu den ehemaligen Heilstätten. Kinder ab 7 Jahren können in Begleitung Erwachsener allerdings auch an der Führung „Faszination Alpenhaus“ teilnehmen. Fanny (9) und Mara (9) durften bei dem Erlebnis dabei sein.
Als wir ankamen, hatten wir noch etwas Luft, bevor wir uns am Treffpunkt einfinden sollten – was die Zeit bis dahin vertreiben würde, stand schnell fest: die Sky-Boa. Für das Erlebniselement, das schon von unten spektakulär aussah, hieß es aber erst einmal: richtig viele Treppen steigen. Als wir an den Röhren standen, von denen eine oberhalb und eine unterhalb des Baumkronenpfades entlangführte, war die Aufregung bei den Mädels groß. Sie beschlossen, zuerst die obere zu durchklettern, was ziemlich fix ging. Ich hatte zum Glück unser Gepäck und die Sonnenhüte als Ausrede, um nur zuzusehen! Für die untere Röhre war dann deutlich mehr Überwindung nötig. Kein Wunder, denn dort sah man durch das Gitter, wie weit oben man sich befand. Trotzdem wollten sie es adrenalinberauscht nach dem ersten Durchgang direkt nochmal machen. Dann rückte die Führung näher und wir spazierten zum Alpenhaus, das erst seit drei Jahren wieder zugänglich ist, das man auf eigene Faust allerdings nicht betreten darf.

Die ersten Infos bekam die Gruppe vor dem Gebäude. Die umfassten eine Einführung in die ab 1898 erbauten Lungen-Heilstätten allgemein und auch speziell in das Alpenhaus, das inzwischen von der Natur zurückerobert wurde. Für wen waren die Heilstätten gedacht? Was ist Tuberkulose? Wie muss man sich die damaligen Verhältnisse in Berlin vorstellen? Dies und vieles mehr wurde dabei erklärt. Ein bisschen hatte die Konzentration bei den Kindern bereits nachgelassen, als das Tor geöffnet wurde und wir den spannenden Ort betreten durften. Ein Helm war dabei für alle Pflicht, weiß für kleine, grün für größere Köpfe.
Die Faszination war bei Jung und Alt deutlich zu erkennen und die Geschichten über die „Pfleglinge“ aus Berlin, die teilweise erst lernen mussten, wie man mit einer Gabel isst, vermittelten unterhaltsam einen Eindruck von der damaligen Zeit. Dazu wurden historische Fotografien gezeigt und es gab auch einiges zu lachen. Die Vielbettzimmer der Männer wurden beispielsweise damals „Musikzimmer“ genannt, weil dort so laut und viel geschnarcht wurde.

Beim Rundgang durch das Gebäude erfuhr die Gruppe außerdem, dass das Alpenhaus bereits mehrfach als Filmkulisse genutzt wurde, wie hochwertig die Ausstattung war und vieles mehr. Gegen Ende der rund einstündigen Tour waren Fanny und Mara aber meist mehr ins Fotografieren vertieft und vor allem an ihren eigenen Entdeckungen interessiert – verständlich bei den fast unendlichen Motiven, die der Lost Place bietet: von rostigen Betten und Wannen über Graffitis an den Wänden bis hin zu einem einsamen Tisch im verlassenen Speisesaal. Als die Helme abgelegt waren und wir blinzelnd vom Dunkeln ins Sonnenlicht traten, sagten beide, dass sie es sehr spannend fanden. Aber sie wollten offensichtlich keine Zeit mit Reden verschwenden, sondern schnell zurück zur Sky-Boa. Also alle Stufen nochmal hoch …

Die Aufregung war schon nicht mehr so groß wie noch vor der Führung, dafür wurde diesmal eine richtige Fotosession daraus. Genau wie an der Riesenhängematte mit ihren großen Sitzkissen. Die wurde zuerst nur vorsichtig wie ein rohes Ei betreten, dann aber schnell zur Spielwiese, die sie gar nicht mehr verlassen wollten. Ich genoss in der Zeit den Blick von oben auf die Alte Chirurgie mit ihren kunstvoll bepflanzten Balkonen. Weiter ging es dann ganz gemütlich. Das Zittergitter, das, anders als der Rest des Pfades, mit seinem Holzbelag den Blick nach unten freigab, war nach der Riesenhängematte und der Sky-Boa keine ganz große Herausforderung mehr, aber doch ein kleines Highlight. Toll war, dass der Pfad mit seiner Gesamtlänge von 700 Metern auch den Blick von oben auf das Alpenhaus ermöglichte. Erst von dort wurde das ganze Ausmaß des Gebäudes erahnbar. Auch die vielen Bäume und Sträucher, die aus dem Gemäuer und auf dem Dach wachsen, waren aus dieser Perspektive nochmal beeindruckender. Die Infotafeln zu den vielen unterschiedlichen Baumarten auf dem Areal wurden zumindest sporadisch gelesen und dabei noch die eine oder andere Englischvokabel wie blossom oder leaf gelernt.
Am Ende wollten die beiden unbedingt noch in den Souvenirshop in der ehemaligen Waschküche, um sich ein Andenken an den schönen Ausflug zu kaufen. Fündig zu werden, war in dem liebevoll eingerichteten Laden nicht schwer. Sehr zufrieden spazierten wir Richtung Bahnhof. Auf die Frage, was ihnen am besten gefallen hat, waren sich beide einig: Sie fanden alles toll!
Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten, baumundzeit.de/anfahrt
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Diesmal haben wir uns im Filmpark Babelsberg für euch umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Es war als Mama-Tochter-Ausflug geplant, allerdings wollten Teeniebruder Lucas und sein bester Freund auch mit, denn es standen überregional bekannte Attraktionen auf dem Programm: Der Filmpark Babelsberg bietet Spannendes für große und kleine Filmfans.
Kaum durch das Eingangstor durch, sorgt die riesige Tigerente für erstes Staunen bei meiner Tochter Fanny (9). Zwar sind bei uns die Janoschzeiten schon etwas her, aber trotzdem gehen wir direkt nach Panama – die Bootsfahrt durch Janoschs Traumland wollen wir uns nicht entgehen lassen. Während wir durch den Kanal schippern, singen wir vor uns hin, merken aber, dass außer „Oh wie schön ist Panama, da werden alle Träume wahr“ nicht mehr viel Text hängengeblieben ist. Schöne Erinnerungen weckt es dennoch, genau wie der Bauwagen von Peter Lustig (zumindest bei mir).

Nach einer langen Toberunde auf dem Jim Knopf Abenteuerspielplatz und einem leichten Schauer, den uns die gigantische Frau Malzahn über den Rücken jagt, gehen wir weiter zum Sandmann-Haus. Das weckt auch bei meiner Tochter schon nostalgische Gefühle – die Zeit vergeht einfach viel zu schnell. Dafür ist sie jetzt alt genug, um das Making-of spannend zu finden. Die Requisiten und Kulissen stammen nicht nur aus der Serie, sondern auch aus dem Kinofilm.
Weiter geht es in die Snapshot Factory, wo auch die Jungs richtig Spaß haben. Die wurde ganz im Stil angesagter Selfiemuseen gestaltet. Hier könnt ihr in etlichen Szenerien wie einem Wolkenbett, im Gefängnis oder in einem Auto, das durch eine Mauer bricht, posieren und lustige Schnappschüsse machen. Was die Attraktion von ähnlichen Orten abhebt, sind die Selfiekulissen mit Filmbezug. „Oooooh, ich liebe Fuchur!“, hauche ich. „Wer ist denn bitte Fuchur?“, entgegnet meine Kleine. Ohje! Memo an mich: Unbedingt mit Fanny endlich „Die unendliche Geschichte“ und andere Klassiker schauen!

Apropos Klassiker: Auch „Der kleine Muck“ von 1953 stand bei uns bisher nicht auf dem Programm. Die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht allerdings schon. Und in die versetzen einen die Gärten des kleinen Muck. Der perfekte Ort für eine kleine Pause, bevor wir uns alle zusammen in Ghostbusters verwandeln. Das VR-Erlebnis kostet extra, ist es aber wert. Ausgestattet mit VR-Brillen und Protonen-Blastern, werden wir zu mutigen Geisterjägern.

Mir ist wichtig, dass wir auch eine Tour durch die Caligari Halle machen und etwas über die Filmstudios hören. Zum Glück gibt es eine Kids-Tour und ich muss nicht mal Überredungskunst anwenden. Die Tour dauert eine halbe Stunde und hält die kleinen Gäste durch Mitmachen und kindgerechte Infos bei der Stange. Für richtige Antworten gibt es einen Applaus – auch für Fanny. Wer war Asta Nielsen, was ist „Perspektive“, was ist ein Fundus und welches Kostüm würdet ihr gerne tragen?

Schon ist es später Nachmittag und wir haben nicht alle Attraktionen besucht, aber alles ist an einem Tag auch nicht zu schaffen. Ich schlage vor, dass wir noch eine Station ansteuern. Da wir die Stuntshow im Vulkan verpasst haben, entscheiden wir uns für das Actionkino. Angeschnallt wie in einer Achterbahn und mit 3D-Brillen rasen wir auf und ab über die Chinesische Mauer und werden dabei ordentlich durchgerüttelt. Der Spaß hätte gerne länger dauern dürfen!
Am Ende musste ich versprechen, dass wir demnächst nochmal wiederkommen und den Rest des Parks ansehen.
Großbeerenstr. 200, 14482 Potsdam, www.filmpark-babelsberg.de
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal waren wir im Futurium in Berlin und haben uns dort für euch umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
3.200 Quadratmeter auf drei Etagen erwarten große und kleine Besucher:innen des Futuriums in Berlin-Mitte. Zu entdecken gibt es die mögliche Welt von morgen und die Erkenntnis, dass wir alle sie gestalten. Fanny (8) hat sich in der Zukunft umgesehen.
Schon von außen macht der eckige Glasbau einiges her, jedenfalls sieht er sehr zukünftig aus. Als wir im Obergeschoss ankommen, begrüßt uns ein Roboter. Sein Name ist Pepper und er gibt uns eine kurze Einweisung in die Ausstellung. Er erklärt uns auch die Armbänder, die man sich dort am Eingang nehmen kann. Sie enthalten einen Chip, über den man an vielen Stationen Fragen beantworten kann – die gesammelten Antworten kann man dann am Ende von der Zukunfts-Maschine auswerten lassen. Definitiv eine tolle Idee, die Fanny als Challenge akzeptiert und direkt auf die Suche nach Fragen geht.

Das Prinzip der Ausstellung wird schnell klar. Spielerisch und interaktiv heißt es hier: mitdenken und mitmachen. Dabei werden unterschiedliche Bereiche abgedeckt von Tieren und Umwelt über Menschen und Gesellschaft bis hin zu Technik. Wir starten mit dem Raum „Unterwegs und überall zuhause – eine Utopie?“. Hier werden Grenzen und Nationalstaaten hinterfragt. Wie ist die eigene Meinung dazu? Mit Schnüren kann man seine Antworten auf ein paar Denkanstöße visualisieren, in dem man sie bei „Ich stimme eher zu“ oder „Ich stimme eher nicht zu“ einhakt. Thematisch passend machen wir mit dem Raum „Begrenzte Bewegungen“ weiter. Hier drehen wir zunächst ein Rad, um einen Code zu erhalten. Mit diesem können wir dann einen passenden Safe öffnen, den man allerdings zuerst finden muss. Ist er geknackt, gibt es Infos zu Reisepässen, Reisefreiheit und anderen Dingen, über die sich Kinder in Deutschland wahrscheinlich eher selten Gedanken machen. Der Denkanstoß hier: Sollte jedem Menschen bei der Geburt per Zufall eine Nationalität und der entsprechende Reisepass zugelost werden? Nach so vielen Infos gehen wir erstmal eine Runde schaukeln. Schuhe aus, rein in den Hängesessel und los.

Danach widmen wir uns den Themen Konsum und Umwelt. Fanny schreibt mit Kreide an eine große Tafel, worauf sie niemals verzichten könnte: Familie. Nichts Materielles, da freut sich das Mutterherz! Anhand von zehn Fragen wie, ob man ein Auto hat, wird dann grob ermittelt, wie es um den eigenen Konsum und CO2-Verbrauch steht. Wir bekommen als Einwohnerinnen der Verzichtsrepublik ein „Bravo“. Aber könnten wir trotzdem noch mehr verzichten? Wir denken darüber nach.
Wir machen uns auf in Richtung Forschung. Fanny bleibt bei einem Chip hängen, aus dem Pilze wachsen. Ein „Fungal Computer“. In Zukunft könnten Myzelien, also Pilzgeflechte, das Silizium in Computern ersetzen und rechnen, Daten speichern sowie Informationen leiten. „WOW! Das muss ich unbedingt Papa erzählen!“, ruft sie begeistert (… was sie zuhause übrigens auch sofort getan hat).

Draußen ist es inzwischen dunkel und die Ausstellung ist jetzt richtig schön leer. Darum will Fanny nochmal ausgiebig schaukeln, bevor wir unsere Armbänder auswerten lassen. Dafür gehen wir in den dritten Stock, wo wir unsere Armbänder in die Zukunfts-Maschine stecken. Es rattert und knattert und dann spuckt sie für jede von uns eine Karte aus. Fannys Karte ist grün, voller Natur und meine? Ziemlich grau, trist und hässlich. Sie freut sich tierisch. Ihr gefällt, was sie geschaffen hat, und sie lacht über meine zukünftige Welt. Wie das denn sein könne? Das frage ich mich wirklich auch. Ausgerechnet ich. Da muss ich wohl nochmal in mich gehen. Was die Ausstellung definitiv geschafft hat: zum Nachdenken anregen. Noch tagelang kamen in unseren Gesprächen immer wieder Themen und Fragen auf, die mit dem Futurium zu tun hatten. Und genau darum geht es ja.
Die Ausstellung eignet sich für Kinder ab dem Grundschulalter, die bestenfalls auch schon gut lesen können. Wir haben in zwei Stunden längst nicht alles schaffen können, man kann das kostenlose Museum also auch gut mehrmals besuchen. Es gibt zudem noch viele (teilweise kostenpflichtige) Zusatzangebote wie einen Audio-Guide, Familienführungen, eine Escape-Rallye ab 16 Jahren und das Futurium Lab im Untergeschoss, wo man experimentieren und erfinden kann. Ab April öffnet über den Sommer außerdem der Skywalk mit einer schönen Aussicht über die Umgebung.
Futurium, Alexanderufer 2, 10117 Berlin, futurium.de
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal waren wir im Potsdamer Science Center NANO.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Viel Überzeugungsarbeit war bei meiner Tochter Fanny (8) nicht nötig, denn allein das Wort „Glibberschleim“ scheint auf Kinder eine magische Wirkung zu haben. Und den dann auch noch selber machen – perfekt. Also fanden wir uns im NANO für den Workshop ein und erlebten viel mehr, als wir erwartet hatten.
Wir waren noch etwas früh und konnten uns vorab umschauen. In dem Science Center, das als außerschulischer Lernort anerkannt ist, jagt ein Experiment, ein Phänomen das nächste. Laut Pressesprecherin Tuulia Faber hat „Lernen durch Handeln“ im NANO oberste Priorität. „Das Nano begleitet die Besucher:innen dabei, die eigene Lust am Lernen zu erleben und weiterzuentwickeln. Dreh- und Angelpunkt ist es, Kinder und Jugendliche zu motivieren, Fragen zu stellen und sie bei der Beantwortung auf den verschiedensten Wegen zu unterstützen.“
Aber womit sollten wir bei den vielen Mitmach-Stationen nur anfangen? Aaah, etwas Vertrautes: eine Zahlenmauer aus Legosteinen, die es auf einem Tisch in drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen gab. Gelb schien unmöglich. Grün könnte klappen, aber die ersten Versuche scheiterten und schon landeten wir bei der nächsten Aufgabe. Unter zwei roten, gebogenen Holzscheiben die größere finden. Klingt ja babyeinfach. Aber Moment! Aufeinander gestapelt sind sie genau gleich groß, nebeneinander ist eine größer. „Oh mein Gott, wie kann das denn nur sein? Das gibt‘s doch nicht!“, rief Fanny mehrmals. Wer nach einer Antwort sucht, der kann sich die dazugehörigen Erklärungen durchlesen oder einfach eine der Mitarbeiterinnen fragen. Die helfen gerne weiter oder begeistern für Experimente, die sich nicht direkt selbst erklären. Die Drehscheibe beispielsweise. Stellt man sich einfach darauf, passiert nichts. Nimmt man ein Rad in die Hand und dreht es – passiert nichts. Sobald man das Rad schräg hält, fängt man allerdings an, sich zu drehen. „Waaa, das Rad führt ein Eigenleben!“

Dann ging es aber los mit dem Glibberschleim-Workshop mit Sarah, die den fünf gespannten Kindern erst einmal eine kleine Einführung in die Zutaten gab. Woraus wird Johannisbrotkernmehl gemacht, wie riecht und schmeckt es, was hat es in Ketchup zu suchen und was ist eigentlich Borax? Dann ging es ans Abmessen, Zusammenschütten und Verrühren. Mit Lebensmittelfarbe durften alle dem farblosen, noch recht flüssigen Gemisch ihre Wunschfarbe hinzufügen. Dabei gab es wohl schon häufig dicke Tränen, wenn die Farbmischung am Ende kackbraun statt leuchtend grün war. Also erstmal gründlich überlegen, wie man die Lieblingsfarbe richtig mischt. Zum Glück ging alles gut und die Kids hatten in ihrem Becher knalliges Blau, Grün und Orange. Nun wurde noch Borax ergänzt und die zähe Flüssigkeit verwandelte sich beim Rühren in eine glibberige Masse. Der wackelpudding-artige Klumpen konnte nun geknetet und auch auf den Tisch gelegt werden, wo er bei jedem Fingerstupser lustig hin und her wogte. „Riecht irgendwie Tee-Milchbrei-Apfelmus-mäßig! Bester Schleim ever!“, war Fannys Urteil.

Dann ging es zurück in die Mitmach-Ausstellung, wo die Mitarbeiterin Diana den Kindern die Maus Valentina vorstellte, benannt nach der ersten und einzigen Astronautin ganz allein im All. Valentina durfte dann in einem Mäuselabyrinth aus Legosteinen auf Futtersuche gehen. Außerdem wurde vorgeführt, was mit Schokoküssen in einem Vakuum passiert. Natürlich durften die süßen Anschauungsobjekte dann auch noch verspeist werden.
Selbst entdecken, knobeln, ausprobieren und vielleicht sogar verstehen, davon bekam meine Kleine (und ja, auch ich) so schnell nicht genug. Wie lange muss man radeln, um Strom für eine Glühbirne oder einen Ventilator zu erzeugen, was passiert mit den Pupillen, wenn es heller oder dunkler wird, was macht ein Magnetigel, was sind optische Täuschungen und was ein Kreuzungsspiegel, der laut Diana den Mitarbeitenden immer gute Laune macht? Das alles konnten wir spielerisch herausfinden. Und bei über 30 Grad auf einem lustigen Wärmebild sehen, wo unsere Körper heiß und wo etwas kühler waren. Was Schweiß damit zu tun hat, bekamen wir nebenbei auch noch erklärt. Dass sich unterschiedliche Materialien bei der gleichen Temperatur teilweise warm und teilweise kühl anfühlen, war eine weitere Entdeckung vor Ort.

Nicht immer reichte die Geduld, um eine Experimentieraufgabe bis zu Ende zu verfolgen. Zwei- oder dreidimensionale Formen legen konnte beispielsweise sehr knifflig sein. Eben noch verkündete Fanny: „Ich bin der richtigen Form auf der Spur!“, dann war sie auch schon wieder weg. Mein „Gib doch nicht so schnell auf“ konterte sie mit: „Aber es gibt doch noch so viel anderes!“ Und das stimmte natürlich. Wir haben in den zwei Stunden im NANO längst nicht alles geschafft und erst recht nicht alles durchschaut. Muss man aber ja auch nicht. Manches blieb einfach eine geheimnisvolle Faszination, die nicht durch eine Erklärung entzaubert wurde. Vielleicht verstehen wir es beim nächsten Besuch.
Science Center NANO, Am Kanal 57, 14467 Potsdam, nano-potsdam.de
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal waren wir auf dem Falkenhof Potsdam und haben uns dort für euch umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Inmitten des Landschaftsschutzgebietes Ravensberge befindet sich mit dem Falkenhof ein Naturerlebnisort, der Umweltbildung perfekt mit Spiel, Spaß und Tierbegegnungen vereint. Mit von der Partie waren bei unserem Besuch Jaro (7), Hannah (7) und Marie (5).
Ein Ausflug zum Falkenhof beginnt mit einem Waldspaziergang. Zwar geht es ordentlich bergauf, aber die Vorfreude, während man den hölzernen Wegweisern folgt, lässt auch kurze Kinderbeinchen flott marschieren. Am Eingang gibt es für uns erst einmal eine kleine Einweisung, denn die hier lebenden Tiere sollen sich wohlfühlen und keinem unnötigen Stress ausgesetzt werden.
Die Entscheidung für die erste Station ist einstimmig: Streichelzoo. Alle ziehen eine handvoll Futter aus dem Automaten und betreten das Kaninchengehege. Umringt werden die Kinder zunächst nur von Hühnern. Als sich alle hinknieen, kommen die niedlichen Hoppler aber auch direkt aus ihrem Häuschen und fangen an zu mümmeln. Leuchtende Kinderaugen und verzückte „Oooohhhs“ sind dabei vermutlich immer sicher. Vertrauensvoll legen sich die flauschigen Tierchen nach dem Essen noch für ein paar Streicheleinheiten vor die Füße der jungen Gäste, die eigentlich gar nicht mehr weg wollen.

Als eine weitere Gruppe das Kaninchengehege betritt, beschließen Jaro, Hannah und Marie, nun die Ziegen zu besuchen. Deren kleines Reich ist allerdings futterfreie Zone. Während in vielen Streichelzoos gerade die Ziegen recht rabiat vorgehen bei der Futterbeschaffung und nicht selten für verängstigte Kleinkinder sorgen, werden die Ziegen des Falkenhofs nur durch das Personal gefüttert und sind darum brav. Deswegen aber keineswegs schüchtern – ihre Streicheleinheiten holen sie sich gerne ab. Und bei fast 30 Grad Celsius wird auch an fast jeder freien Hautstelle das Salz vom Schweiß abgeleckt. Das sorgt für viel Gelächter. Ziegenzungen fühlen sich übrigens ziemlich rau an. „Das kitzelt, ist aber auch etwas eklig“, kichert Marie.
Der anschließende Stopp auf dem Spielplatz ist eher kurz, denn der Weg führt weiter zu den Vogelgehegen. Reisfinken mit ihren roten Schnäbeln tummeln sich dort ebenso wie Zebrafinken und Diamanttauben, die wir zunächst für Babytauben hielten. Hannah, die schon zu zwei Kindergeburtstagen auf den Falkenhof eingeladen war, zeigt uns dann noch einen besonderen Vogel, der lachen soll, wenn man ihm Witze erzählt. Sie und Jaro versuchen es gleich mit mehreren Hänschen-Witzen, zunächst ohne Erfolg. Wir sind schon wieder auf dem Weg zurück zum Streichelzoo, als wir doch noch ein lautes Kichern hören. Das kommt tatsächlich von den Jägerliesten, die auch als „Lachender Hans“ bezeichnet werden. Die Witze mussten wohl erst noch sacken.

Dann schlendern wir den Naturlehrpfad entlang. Vor allem die Infotafeln über die Honigbiene wecken das Interesse der Kids. Die enthalten nicht nur spannende Infos, sondern auch Rätsel. Zudem wimmelt es im Schaubienenkasten daneben nur so vor geschäftigem Treiben.
Nun ist es aber höchste Zeit, um für die Greifvogelshow auf einem der langen Holzbalken Platz zu nehmen. Zu Beginn dürfen die jungen Zuschauerinnen und Zuschauer ihr Wissen unter Beweis stellen. Was sind Nacht- und Taggreifvögel, wie unterscheiden sich Griff- und Bisstöter? Vor allem Kinder, die schon mal da waren – die sogenannten Wiederholungstäter – können hier mit viel Fachwissen punkten.
Aber auch während der Show gibt es noch viel zu erfahren, speziell natürlich über die anmutigen, großen Tiere, die bei ihren Flügen haarscharf über die Köpfe der faszinierten Kinder und Erwachsenen gleiten. Schnell wird klar, warum man während der Show nicht aufstehen oder die Hände heben darf. Der eine oder die andere kann auch so fühlen, wie die Federn von Bussard oder Falke über die Haare streiften. Noch näher kann man den Tieren im Anschluss kommen, falls man sich für ein kostengünstiges Foto mit Greifvogel entscheidet. Aber auch ohne Erinnerungsfoto hinterlässt das Erlebnis einen bleibenden Eindruck. Wer das sogenannte „Manteln“ in Aktion gesehen hat, vergisst es sicher nicht so schnell. Fun Facts wie der, dass sich Truthahngeier zur Abkühlung auf die Füße kackern, sowieso nicht.

Bevor sich die Kinder entscheiden, was ihnen an dem Besuch am besten gefallen hat, möchten sie sich noch die kleine Jagdausstellung im Turm ansehen. Ein „Wichtelei“ scheint besonders spannend, entpuppt sich aber als Wachtelei und kann es darum nicht unter die Highlights schaffen. Während Jaro die Flugshow am besten findet, weil er dabei so viel über die Vögel erfahren hat, entscheidet sich Hannah für den Blaubussard als Tageshöhepunkt – wegen seiner schönen blauen Farbe. Marie gefällt der Uhu mit den orangenen Augen, aber auch, die braven Ziegen zu streicheln und die süßen Hoppelhäschen und … vermutlich irgendwie alles, abgesehen davon, dass die eine Ziege mal musste. Bei so vielen schönen Erlebnissen muss man sich aber auch nicht entscheiden können!
Falkenhof Potsdam, Ravensberggestell 2, 14478 Potsdam
Öffungszeiten & Eintrittspreise: www.waldhaus-potsdam.de
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal waren wir im Potsdam Museum und haben uns dort für euch umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Lokalgeschichte ist für Kinder nicht unbedingt spannend – es sei denn, sie ist kindgerecht aufbereitet und ein Erlebnis für die Sinne. So wie die regelmäßige Familienführung „Potsdams Geschichte(n) aus dem Koffer“ im Potsdam Museum, die Kids auf eine Zeitreise durch 1.000 Jahre Stadthistorie mitnimmt.
Die Tour begann im ersten Stock an der Fensterfront mit Blick auf den Alten Markt. Mit dabei waren Jule (8), Nuha (9), Hannah (6) und Marina (6), die schon etwas aufgeregt erzählten, was sie sahen. Das Schloss, das heute, wie sie erfahren, keines mehr ist, die Nikolaikirche, den Obelisken und Säulen. Die gehören zum alten Rathaus, in dem wir uns befinden – für die jungen Besucherinnen die erste erstaunliche Info.
Dann nichts wie ab in die Dauerausstellung „Potsdam. Eine Stadt macht Geschichte“. Mit dabei: Ein brauner Koffer, der sich als Symbol an etlichen Vitrinen wiederfindet. So auch direkt zu Beginn der Ausstellung an dem Schaukasten mit einer Schenkungsurkunde. Was ist eine Urkunde, woraus wurde sie gemacht, woraus besteht Pergament, was ist ein Siegel und kann man mit drei Jahren eigentlich schon König sein? Allein rund um dieses erste Exponat gibt es unglaublich viel zu entdecken und die Kinder hatten viele Fragen. Witzig fanden alle, dass Potsdam in dem Dokument noch „Poztupimi“ hieß. Das Original liegt allerdings in einem Archiv. „Sonst wäre das auch ziemlich wertvoll, oder?“, wollte Jule wissen. Ja, aber im Museum gibt es auch viele tatsächlich alte Stücke und das waren von da an auch immer die ersten Fragen: „Ist das echt?”, „Ist das alt?”, „Ist das wertvoll?”.

Weiter ging es vorbei an Vitrinen mit ausgegrabenen Scherben, der Frage nach Archäologie und einem Kruzifix, zu dem die Kinder einiges wissen wollten. Von Jesus haben alle schon gehört – ebenso wie von Friedrich dem Großen. Vor seinem Gesicht auf Marmor ist die nächste Station. Anfassen ist nicht erlaubt, aber aus dem Koffer holte Anke ein paar kleine Marmorsteine, damit alle mal fühlen können. Warum nannte man Friedrich eigentlich den Großen? Lag das vielleicht an seiner Nase? Hannah vermutete, dass er vielleicht viel gelogen hat, und erzählte auch ganz aufgeregt, dass sie mit ihrer Kita schon sein Schloss besucht hat und sie Kartoffeln auf sein Grab gelegt haben. Ein fantastisches Stichwort: Kartoffeln. Die Geschichte, mit welchem Trick der Monarch dafür gesorgt hat, dass sein Volk Kartoffeln isst, wurde aus einem Bilderbuch vorgelesen. Jule hatte allerdings Zweifel, ob das so auch wirklich stimmt.
Die nächsten Themen waren Jagd, Waffen und auch fürstliche Feste. Die Kinder setzten sich vor ein Poster, auf dem eine Feier unter Adligen zu sehen war. Das war sehr teuer, aber warum? Unter anderem wegen der Kleidung. Stoffe, vor allem Seide, waren damals sehr wertvoll. Mit der Geschichte über den Brand in der Nikolaikirche ging es weiter zu einem alten Schreibtisch mit Geheimfach. Hier versammelten sich alle um den Koffer, aus dem nun ganz viele Schätze geholt wurden. Der Kokon einer Seidenraupe, Seide, Blattgold und eine Feder, die damals zum Schreiben diente. Marina dachte erstmal an einen Schwan, allerdings stammen die Schreibfedern von Gänsen.

Auch geschliffenes Glas durfte befühlt werden – das wird nur wenige Schritte weiter aus dem Koffer gezaubert. Alles zum Anfassen stieß auf großes Interesse. Das Schöne an der Führung war aber auch, dass kein festes Programm abgespult wurde, sondern dass letztlich die Kinder bestimmten, worüber geredet wurde. Wo Interesse bestand und Fragen auftauchten, dort wurde weitergemacht. Und es tauchten wirklich viele Fragen auf. Eine kleine Verschnaufpause legte die Gruppe an einem eigentlich eher unspektakulären Exponat ein, einem alten Stuhl. Warum man auf dem nicht sitzen darf, fanden alle sehr spannend.
Eigentlich ist für die Veranstaltung eine Stunde vorgesehen, die war allerdings schon längst überschritten, als das Ende der Ausstellung noch lange nicht erreicht war. Ob sie denn noch weitermachen wollen? Das eine oder andere Gähnen gab es zwar bereits, aber noch wollten sie mehr erfahren. Inzwischen war die Führung geschichtlich bei den Weltkriegen angekommen. Kein leichtes Thema. Die Kinder wussten aber schon, dass es die Kriege gab, interessierten sich für das Thema Bombenentschärfung, für die gezeigten Uniformen, Helme und Feldwasserflaschen. Nach anderthalb Stunden überwog dann aber endgültig die Erschöpfung.

Anke war richtig stolz auf die Besucherinnen, weil sie schon so viel wussten und sich für so viel interessierten. Sie öffnete eine kleine Schatztruhe und jede durfte zweimal reingreifen. Was ihnen am besten gefallen hat? Da war die Antwort einstimmig: „Alles“. Nuha fand allerdings den Schreibtisch mit Geheimfach am allerspannendsten, Hannah hingegen Jesus. Und Jule war begeistert, dass sie so viel von Potsdam in alter Zeit gesehen hat. Insgesamt war es für alle definitiv ein tolles Erlebnis, das es geschafft hat, Lokalgeschichte für Kinder mitreißend zu vermitteln.
Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte, Am Alten Markt 9, 14467 Potsdam
Anmeldung zur den Familienführungen:
museumsservice@rathaus.potsdam.de, 0331.289 68 68 (Di-So 12-18 Uhr)
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Im Januar haben wir uns im Deutschlandmuseum auf eine Zeitreise durch 2.000 Jahre deutsche Geschichte begeben.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Das Deutschlandmuseum am Leipziger Platz in Berlin hat erst vor wenigen Monaten eröffnet und wurde direkt mit dem Anthea Award, quasi dem Oscar für Museen, ausgezeichnet. Und das sogar als erste deutsche Einrichtung überhaupt! Herzlichen Glückwunsch, aber was ist denn ein „Deutschlandmuseum“? Eine immersive Zeitreise durch 2.000 Jahre deutsche Geschichte mit Freizeitparkcharakter – nicht weniger soll einem hier geboten werden. Klingt ja fantastisch! Das wollten wir für „Angeschaut & Ausprobiert“ testen und waren mit drei Kids vor Ort: Fanny (7), Emelie (11) und Carlos (11).
Wir passierten die Einlassschranke und traten in einen finsteren Wald mit weichem Boden unter unseren Füßen. Hier und da schienen schattenhafte Gestalten durch das Dickicht zu huschen, es roch erdig und eigentlich wollten die drei direkt rumwuseln und auf Entdeckungstour gehen. Aber Moment! Wissen die denn, wo und in welcher Zeit wir uns befinden? Nicht wirklich, aber den kurzen Einleitungstext zu lesen, schienen sie trotzdem ein wenig als Zumutung zu empfinden. Sie gaben sich aber geschlagen und nach einer kleinen Verwirrung über das Jahr 9 n. Chr., das nicht zu verwechseln ist mit dem 9. Jahrhundert n. Chr., wussten alle halbwegs Bescheid. In diesem Wald begann also mit der Varusschlacht die deutsche Geschichte. Zumindest hier im Museum.

Der nächste Raum katapultierte uns ins Jahr 500 oder auch zur Gründung des Frankenreiches sowie dessen späterer Osterweiterung. Modelle und Karten fanden Emelie und Carlos ganz spannend, aber dann entdeckten sie, dass man bei der Kaiserkrönung Karls des Großen an einer Fotowand lustige Bilder machen kann. Das Motiv lässt sich von Hand verändern und statt Krone und Zepter kann man sich auch mit Schlafmütze und Bierglas ablichten lassen. Offensichtlich ein riesiger Spaß – hier mussten wir fast zum Weitergehen überreden.
Über eine düstere Treppe im Fackellicht gelangten wir ins Mittelalter. Was allen zuerst auffiel: der Geruch. Warm und muffig. Kein Wunder, denn als erstes entdeckten die drei das Burgplumpsklo. Auch ein Highlight. Spannend fanden die Kinder auch den Blick aus den Fenstern der Festung auf das tägliche Leben zu jener Zeit. Das wurde allerdings noch getoppt von der Buchdruckerei, wo sich alle ein eigenes Lesezeichen gestalten und zum Mitnehmen ausdrucken konnten.

Weiter führte uns die Zeitreise in die Aufklärung. Juhuuu, klettern! Die Köpfe großer Denker (und immerhin einer Denkerin) an der Wand interessierten nicht wirklich, denn wie gesagt, man konnte klettern – und das sogar auf dem Kopf Friedrichs des Großen, den die Kids tatsächlich erkannten. Im Gemälde an der Wand bewegten sich bei genauem Hinsehen die Figuren, was direkt Assoziationen zu Hogwarts weckte. Das Quiz wollten eher die Großen lösen bzw. lösen lassen – der nächste Raum lockte die Jüngere nämlich mit Barrikaden und ganz vielen Kurbeln. In der Eile nahmen es die 11-Jährigen mit dem Lesen dann nicht ganz so genau. Da wird der Gendarmenmarkt schnell mal zum „Gendermarkt“.
Von den Barrikadenkämpfen der Revolution von 1848 ging es direkt in die Schützengräben des Ersten Weltkrieges. Der Lärm von Fliegern, Schüssen und Bomben überlagerte hier fast alle anderen Eindrücke. Und während Carlos das alles sehr spannend fand, gefiel es Emelie gar nicht. Dann doch lieber weiter in die 20er Jahre, wo man allerdings immer noch den Bombenhagel hörte und ein paar Meter weiter schon den Gleichschritt marschierender Nazis, die hier durch schwarze Figuren dargestellt werden. Aus dem Bereich wollten alle schnell weg.

Die Kulisse der Nachkriegszeit erschien danach fast erholsam, auch wenn man sich hier in einer Ruine befindet und aus der zerstörten Hauswand auf Trümmerfrauen blickt, die beginnen, das Chaos von Hand zu beseitigen. Danach findet man sich in der beschaulichen Gemütlichkeit des Wirtschaftswunders wieder. Erwachsenen kommt hier das eine oder andere schon vertraut vor. Die Kinder schauten in den Kühlschrank und an der Garderobe konnte man sich verkleiden. Anspannung, aber auch Spannung schienen vorbei und eine alte S-Bahn brachte uns, begleitet von Bildern von Loveparade und Sommermärchen, zurück ins Jetzt.
Insgesamt waren die drei Kinder vor allem von den frühen Epochen sehr begeistert, weil sie so schön abenteuerlich waren, was durch die passenden Gerüche noch untermalt wurde. Die Zeit der Weltkriege stimmte eher nachdenklich, aber das ist natürlich so gewollt. Bei den Erwachsenen kamen die Räume der neueren Geschichte gut an, da sie einen gewissen Nostalgiefaktor haben. Fanny vergab für das Museum sogar 8 von 10 Punkten und war inzwischen schon zweimal dort.
Für mich hat sich gezeigt, dass interaktive Museen für Kinder wirklich toll sind. Aber haben sie auch etwas über Geschichte gelernt? Das eine oder andere ganz sicher, doch angesichts der Gestaltung stehen auf jeden Fall das Erlebnis und die Mitmachaktionen im Vordergrund. Empfohlen wird der Besuch vom Deutschlandmuseum selbst ab 6 Jahren.
Deutschlandmuseum
Leipziger Platz 7, 10117 Berlin
täglich 10-20 Uhr geöffnet, auch an Feiertagen
www.deutschlandmuseum.de
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Im Oktober waren wir im „Paint your Style“ in Potsdam und haben Keramik bemalt.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Der gefühlt endlose Sommer neigt sich allmählich nun doch seinem Ende zu und immer mehr Regentage wollen bei Familien mit Kindern mit schönen Erlebnissen gefüllt werden. Museen, Schwimmbad oder Indoorspielplatz sind das, was einem dann üblicherweise in den Sinn kommt. Wer seine Kids ein paar Stunden kreativ beschäftigen möchte, der ist bei „Paint your Style“ genau richtig. In dem Studio entstehen aus Keramiken individuelle Kunstwerke.
Meine Tochter Fanny (7) und ich sind keine kompletten Neulinge im Keramik bemalen – in unserer Küche stehen bereits ein Teller mit ihren Babyfußabdrücken (soo süß) und das eine oder andere Tellerchen und Kännchen, das von ihr im Lauf der Jahre bepinselt wurde. Das war allerdings noch zu Kitazeiten und ich war gespannt, ob ein Schulkind vielleicht schon etwas anders rangeht.
In der Filiale angekommen, wuschen wir uns erstmal die Hände, es sollten ja keine Fettabdrücke auf die Keramikrohlinge. Danach standen wir vor riesigen Regalen mit Kannen, Spardosen, Eierbechern, Bilderrahmen und vielem mehr, einige Teile sind exemplarisch bereits bemalt. Die Auswahl war wirklich schwierig und dauerte eine ganze Weile. Vor allem die Tierfiguren verzückten meine Tochter. Katze und Hund mit Namen „Bonnie“ und „Clyde” vielleicht? Ein lustiges Monster oder oder oder … die Entscheidung fiel auf eine Pinguin-Spardose. Ein Pinguin? Der ist doch schwarz-weiß, dachte ich mir, das wird ja ein kurzes Vergnügen. Ich wollte ein anderes Stück anregen und bekam mal wieder vor Augen geführt, dass die kindliche Fantasie etwas ganz Wunderbares ist. „Den mach ich in Regenbogenfarben!“ Die Mitarbeiterin pinselte den Rohling ab und fand das eine hervorragende Idee, das hätte bisher noch nie jemand gemacht.

Die Farbauswahl ist riesig und das hätte sicher wieder einige Zeit in Anspruch genommen, wenn nicht durch den Regenbogen schon alles klar gewesen wäre. Die feinen Nuancen verschiedener Blau- oder Grüntöne schienen nicht allzu wichtig. Es ging also los und mein Tipp, etwas mit Bleistift vorzuzeichenen, wurde als unnötig abgetan. Na gut, sie fing einfach an. Als der Regenbogen fertig war, war noch ziemlich viel Pinguin übrig, aber kein Problem, die Farben wurden dann noch einmal in umgekehrter Reihenfolge aufgetragen und dann noch einmal. Im Gegensatz zu Werken, die sie im jüngeren Alter gemacht hatte, legte Fanny aber dennoch weit mehr „Professionalität“ an den Tag. Wechselte auch mal die Perspektive und betupfte mit einem feuchten Schwämmchen die Übergänge: „Das gibt einen tollen Effekt, finde ich“. Von der Mitarbeiterin kam noch der Vorschlag, alles noch ein zweites Mal zu bemalen, damit die Farben kräftiger werden. Das wollte sie allerdings nur stellenweise machen, sie ist aber ohnehin großer Pastellfan.
Sie war mit ihrem Werk mehr als zufrieden und hatte Lust auf mehr. Ein kleines Gefäß mit Korkverschluss und eine Mini-Muffinform für den Deckel zum Drankleben sollten es noch sein. Der Muffin war schnell bemalt, bei dem Fläschchen wurde es schon schwieriger. Blüten wären zwar schön, aber das würde nicht zum Muffin passen. Wassermelonenscheiben sind es dann geworden, was tatsächlich sehr süß zusammen aussieht.

Nun gibt es natürlich auch noch jede Menge Techniken und Hilfsmittel. Wir stöberten ein bisschen durch die vielen Utensilien und fanden einen kleinen Stempel mit Erdbeermotiv. Würde ja ganz gut zur Melone passen, auch die Größe war perfekt. Wie das Ganze funktioniert, könnt ihr euch auf Karten durchlesen, ihr werdet aber natürlich auch von den Mitarbeiter:innen gerne unterstützt. Meine Tochter ließ sich zeigen, wie man aus einem Schwämmchen ein Stempelkissen macht und dass man erstmal auf Papier testen sollte, so richtig überzeugt war sie aber nicht. Die Erdbeere wurde dann auch nicht so, wie erhofft, ließ sich aber zum Glück abwischen. (Sowas kann ja schnell mal sehr kritisch werden, das kennen sicher alle Eltern!).

Ich fand toll zu sehen, dass meine Tochter mit 7 Jahren schon mit viel mehr Bedacht gestaltet hat als noch vor 2 Jahren und sich auch deutlich mehr Zeit gelassen hat. Insgesamt haben wir etwa 2 Stunden bei Paint your Style verbracht und beim Blick auf ihre Werke sagte die kleine Künstlerin: „Also ich bin glücklich!“ Was will man mehr? Mitnehmen kann man die Sachen natürlich nicht direkt, erst müssen sie gebrannt werden, damit die Farben auch dauerhaft dran bleiben. Das solltet ihr vor allem bedenken, wenn ihr Geschenke für Freunde oder Verwandte machen wollt.
Bei Paint your Style ist übrigens auch Platz für größere Gruppen, ihr könnt hier beispielsweise einen Kindergeburtstag ausrichten. Ihr könnt zudem zuhause getöpferte Sachen brennen lassen oder die Keramiken bei euch gestalten – hierfür könnt ihr euch an der Farbbar günstig eine Auswahl zum Mitnehmen zusammenstellen. Geöffnet ist auch an Feier-, Ferien- und Samstagen, von September bis Mai zusätzlich auch sonntags.
Paint Your Style Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 51
0331.813 299 82, www.paintyourstyle.de
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Im September waren wir unterwegs im „Park Babelsberg“ zu einer digitalen Schnitzeljagd.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Eine Kombination aus Natur und Kultur ist eigentlich wie geschaffen für einen schönen Familienausflug. Vor allem Kids ab dem Grundschulalter muss man so einen Trip oftmals erst ein bisschen schmackhaft machen. Viele Kinder haben dann schon erste Erfahrungen mit digitalen Medien gemacht und daddeln gerne mal rum – warum also nicht alles miteinander verknüpfen?
Auf der Suche nach geeigneten Möglichkeiten für mich und meine Tochter Fanny (7) bin ich auf die digitalen Schnitzeljagden der Stiftung Preussische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gestoßen, die für mehrere historische Anlagen konzipiert wurden. Unsere Wahl fiel auf „Action im Park Babelsberg. Entdecke den besonderen Schlosspark von Kaiser Wilhelm I. und Kaiserin Augusta in Potsdam“.
Als Vorbereitung mussten wir uns nur die App „Actionbound“ herunterladen, mit der die Games gespielt werden, und schon konnten wir uns auf den Weg machen.

Am Schloss angekommen, setzten wir uns erstmal in den Kaffeegarten und starteten unseren „Bound“. Begrüßt wurden wir von Flora und Pomona, die mit uns gemeinsam durch Aufgaben und Rätsel den Park entdecken wollten. Aber wer sind die beiden eigentlich und warum heißen sie so? Drei Antwortmöglichkeiten standen jeweils zur Auswahl – und für das richtige Kreuzchen wanderten gleich die ersten Punkte in unser Sparschwein. Dabei machte es „Katsching!“ und Fanny war direkt angefixt. „Wir haben 100 Punkte bekommen? Haaahh, lass uns schnell weitermachen!“
Wer will, nimmt dann ein Selfie seines Teams auf und nach einigen Infos zu den einstigen Bewohner*innen der hübschen Sommerresidenz und ein paar Parkregeln geht es richtig los. Zunächst seht ihr einen Plan mit den 14 Stationen der Schnitzeljagd. Das Gute ist: ihr könnt überall einsteigen, sucht einfach den Punkt aus, der euch gerade am nächsten ist.
Wir entschieden uns für Nummer 10, das Michaelsdenkmal hinter dem Schloss. Habt ihr euer Ziel angeklickt, seht ihr auf einer Karte euren Standort und wie viele Meter ihr noch bis zu eurem Ziel gehen müsst. Nach zwei bis drei Schritten verringert oder erhöht sich die Anzahl. So können auch größere Kinder schon selbst navigieren und sehen, ob sie richtig gehen. (Und naja, auch für Erwachsene mit schlechter Orientierung ist das nicht übel. Ja, ich rede von mir.) Woher der Name des Denkmals kommt, konnte Fanny dank eines Drachen beantworten. „Jaaa! 100 Punkte!“

Mit viel Spaß arbeiteten wir uns von Station zu Station. Nicht immer konnte meine Tochter Punkte einstreichen, aber das wäre dann ja auch langweilig gewesen. Bei der Beantwortung der für Erwachsene recht einfachen Fragen habe ich mich natürlich zurückgehalten, aber ich konnte auch Neues erfahren. Beispielsweise, was für außergewöhnliche Beete der Gartenkünstler Fürst Pückler angelegt hat. Der „Gemüsekorb von dem Eismann“ wurde von der kleinen Schnitzeljägerin am Ende dann sogar zum Highlight des Parks gekürt.
Nicht immer gab es Multiple-Choice-Aufgaben. Stufen zählen an der Rosentreppe oder Finde-die-Fehler-Suchrätsel sind ebenso Teil des Spiels, wie auch Schätzaufgaben. Bei der Höhe des Flatowturms lag Fanny ziemlich daneben, dafür hat sie die Anzahl der Zimmer im Schloss fast richtig geschätzt. Manchmal ging es auch gar nicht um Punkte, sondern man sollte einfach etwas wie die für einen selbst schönste Tierfigur auf der Terrasse fotografieren. Es wurde jedenfalls nicht langweilig! Unsere Tour endete am Maschinenhaus, Station Nummer 7, die auch schon auf unserem Rückweg zur Busstation lag.

Trotz des vielen Laufens – die Strecke beträgt eigentlich etwa drei Kilometer, allerdings sind wir ordentlich hin und her gesprungen – fanden meine Tochter und ich den Ausflug spitze und planen schon unsere nächste Schnitzeljagd, dann durch den Schlosspark Charlottenburg.
„Das war super! Das ist ja viel spannender als die ganzen Sachen einfach nur in einem Buch zu lesen!“ Mit dem Fazit bin ich mehr als zufrieden. Mal sehen, was alles hängenbleibt. Die Brücke, die das Geburtsland von Mama von dem Geburtsland von Papa trennte, wird sie vermutlich nicht mehr vergessen. Und auch nicht, dass dort nachts nicht Obst und Gemüse ausgetauscht wurden.
Gespielt werden kann zu den Öffnungszeiten des Parks, also von 8 Uhr morgens bis zum Sonnenuntergang. Wenn ihr alle Stationen schaffen wollt, plant mindestens zwei Stunden ein. Eher noch etwas mehr, wenn ihr ein paar Pausen machen wollt und vielleicht ein Picknick im Park. Um die Schnitzeljagd spielen zu können, müsst ihr zunächst die App „Actionbound“ herunterladen, die für iOS und Android zur Verfügung steht: de.actionbound.com/download. Um euren Bound zu starten, könnt ihr den QR-Code scannen: de.actionbound.com/bound/parkbabelsbergschnitzeljagd