Kin­der­zim­mer kos­ten Miete

24. März 2022
Foto: privat

Schau­spie­le­rin­nen Vic­to­ria Trautt­mans­dorff und The­re­si­ta Col­lo­re­do haben Coro­na-Not­hil­fe für Künst­ler­fa­mi­li­en ins Leben gerufen

Die Vor­stel­lung fällt aus! Musik, Thea­ter, Tanz – alles fehlt. Von den pan­de­mie­be­ding­ten Aus­fäl­len kul­tu­rel­ler Ver­an­stal­tun­gen sowie zahl­rei­cher Thea­ter- und Film­pro­duk­tio­nen sind Künstler*innen in ganz Deutsch­land finan­zi­ell betrof­fen und in beson­de­rem Maße Eltern und Allein­er­zie­hen­de. Um hier schnell und gezielt zu hel­fen, haben die Schau­spie­le­rin­nen Vic­to­ria Trautt­mans­dorff (Tha­lia-Thea­ter) und The­re­si­ta Col­lo­re­do (freie Sze­ne) gemein­sam mit dem gemein­nüt­zi­gen Ver­ein „Wirt­schaft kann Kin­der e.V.“ (WKK) Ende 2020 das Pro­jekt „Coro­na oder nicht Coro­na – Kin­der­zim­mer kos­ten Mie­te“ ins Leben geru­fen. Ins­ge­samt wur­den mit der Spen­den­ak­ti­on knapp 300.000 Euro ein­ge­sam­melt und an 350 bedürf­ti­ge Künstler*innenkinder unter 18 Jah­ren aus­ge­zahlt. Jede Fami­lie erhielt einen ein­ma­li­gen Zuschuss zur Kin­der­zim­mer­mie­te von rund 850 Euro pro Kind.

„Trotz erheb­li­cher Ein­nah­me­ver­lus­te müs­sen Mie­ten bezahlt, Kin­der ver­sorgt und die Tel­ler gefüllt wer­den“, sagt Mit­in­itia­to­rin Vic­to­ria Trautt­mans­dorff. Der Ver­ein „Wirt­schaft kann Kin­der“ hat die Aus­schrei­bung und die Antrags­ab­wick­lung über­nom­men. Pro­jekt­lei­te­rin Ana­le­na Mathis: „Wir hel­fen direkt, schnell und unkom­pli­ziert. Die Maß­ga­be vom WKK ist es, auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se von Men­schen ein­zu­ge­hen, die sonst kei­ne Unter­stüt­zung erhalten.“

Eine der geför­der­ten Fami­li­en ist die von Lea Diet­rich, die als frei­schaf­fen­de Büh­nen- und Kos­tüm­bild­ne­rin arbei­tet und zwei Töch­ter hat. Sie schätzt beson­ders, dass sie die Hil­fe vom WKK in der für die schwie­ri­gen Zeit so unkom­pli­ziert erhal­ten hat, und ist sehr dank­bar. Und: „… das hat einem nicht nur Geld gebracht, son­dern auch Moti­va­ti­on. Ich dach­te: Ach toll, da wol­len Leu­te wirk­lich hel­fen und unterstützen.“

Aktu­ell unter­stützt WKK Ber­li­ner Kin­der- und Jugend­einrch­tun­gen. Um die Bil­dungs­ge­rech­tig­keit zu för­dern, wird in 25 Ein­rich­tun­gen dau­er­haft Nach­hil­fe ange­bo­ten. Dafür wur­den extra sechs Nachhilfelehrer*innen ein­ge­stellt. Die­se unter­rich­ten in den Fächern Deutsch, Mathe und Eng­lisch. Des Wei­te­ren wer­den in Koope­ra­ti­on mit einer Bril­len­op­ti­ker­ket­te Gut­schei­ne für Bril­len aus­ge­ge­ben und die Anschaf­fung von Lap­tops wird ermöglicht.

Der Ver­ein „Wirt­schaft kann Kin­der“ wur­de im Febru­ar 2020 gegrün­det. Den Vor­stand bil­den Prof. Dr. Rüdi­ger Gru­be und Chris­toph Grö­ner gemein­sam. Der WKK fun­giert als Dach­ver­ein, um ande­re Ver­ei­ne, Stif­tun­gen und gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen zu unter­stüt­zen. Das Haupt­ziel des Ver­eins ist es, Chan­cen­ge­rech­tig­keit für alle Kin­der und Jugend­li­chen in Deutsch­land zu för­dern, gleich wo oder wie sie aufwachsen.

Mehr über die Arbeit und die geför­der­ten Pro­jek­te von „Wirt­schaft kann Kin­der e.V.“ unter:
www.wirtschaftkannkinder.de