Väter drin­gend gesucht – die Wis­sen­schaft braucht eure Unterstützung!

12. Juli 2021
Foto: Lehrstuhl für Soziologie, Arbeit und Organisation TU Braunschweig

Die letz­ten Mona­te der pan­de­mie­be­ding­ten Ein­schrän­kun­gen haben noch ein­mal deut­lich gemacht, wie sehr Eltern zwi­schen Beruf und Fami­lie gefor­dert sind. Vie­le aktu­el­le For­schun­gen kon­zen­trie­ren sich aller­dings auf Müt­ter. Das haben Kim Bräu­er von der TU Braun­schweig und Prof. Dr. Kai Mar­quard­sen von der FH Kiel zum Anlass für das For­schungs­pro­jekt „You don’t need to be Super­he­roes: Ein­bli­cke in die viel­fäl­ti­gen Lebens­la­gen von Vätern“ genom­men. Gemein­sam inter­es­siert sie, was Väter bewegt.

In der wis­sen­schaft­li­chen Lite­ra­tur und in den Medi­en wird zuneh­mend über den moder­nen akti­ven Vater berich­tet, der sich gleich­be­rech­tigt in die Erzie­hung und die Ver­sor­gung sei­ner Kin­der ein­brin­gen möch­te. Zugleich wis­sen wir, dass Väter im Ver­gleich zu Müt­tern deut­lich kür­zer in Eltern­zeit gehen. Die­sem Wider­spruch wol­len die Sozialwissenschaftler*innen auf den Grund gehen. Im Fokus des Koope­ra­ti­ons­pro­jek­tes steht, was Väter sich für ihr(e) Kind(er) erhof­fen, was sie sich von ihrem sozia­len Umfeld, Arbeitgeber*innen und der Poli­tik wün­schen und wie sie Beruf und Fami­lie auch in Zei­ten der Coro­na-Pan­de­mie vereinen.

Dafür wer­den 45 Inter­views mit Vätern aus unter­schied­li­chen Bran­chen mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund mit Fall­ana­ly­sen von Väter­blog­gern und den Ergeb­nis­sen einer Online­be­fra­gung ver­gli­chen. Die Wissenschaftler*innen ver­fol­gen einen Ansatz, der mög­lichst vie­le unter­schied­li­che Väter berück­sich­tigt, um die brei­te Gesell­schaft abzu­bil­den, Allein­er­zie­hen­de genau­so wie Patchwork‑, Stief- und Pfle­ge­vä­ter. Sie sind an Vätern, die unter­halb der Armuts­gren­ze leben, glei­cher­ma­ßen inter­es­siert wie an Vätern, die in Manage­ment­po­si­tio­nen tätig sind, und las­sen auch Väter zu Wort kom­men, die sich bewusst ent­schie­den haben, als Haus­mann zu leben.

Hier kom­men die Väter aus Bran­den­burg ins Spiel

Bis­her haben über 1.200 Väter an der Online­be­fra­gung teil­ge­nom­men, aber nur sehr weni­ge zum Bei­spiel aus Bran­den­burg. Daher braucht die Wis­sen­schaft Unter­stüt­zung von den Vätern aus der Regi­on. Dar­über hin­aus zeich­net sich das Pro­jekt durch sei­nen par­ti­zi­pa­ti­ven Cha­rak­ter aus. So hal­ten die For­schen­den und Stu­die­ren­den über den Insta­gram-Account @dadsaredads einen regen Aus­tausch mit den Vätern und dis­ku­tie­ren dort ers­te Ergeb­nis­se. Am Ende sol­len Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Arbeit­ge­ber und poli­ti­sche Akteu­re ent­wi­ckelt wer­den, um die Lage der Väter und ihrer Fami­li­en nach­hal­tig zu verbessern.

Wenn du die Väter­for­schung unter­stüt­zen willst und Vater bist, betei­li­ge dich an der Online­be­fra­gung, die du unter limesurvey.rz.tu-bs.de bis zum 31.10.2021 aus­fül­len kannst.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fin­dest du auf der Home­page des Pro­jek­tes www.tu-braunschweig.de/chancengleichheit/familienbuero/vaeter oder auf dem Insta­gram­pro­fil @dadsaredads
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