
In unserer Rubrik „Angeschaut & Ausprobiert“ seid ihr eingeladen, mit Freund:innen oder der ganzen Klasse mitzumachen und Potsdamer Museen, Kulturhäuser, Orte für Kinder oder ganz besondere Veranstaltungen zu erkunden. Wer zwischen 8 und 12 Jahren alt ist und Lust dazu hat, meldet sich per E‑Mail bei uns: ausprobiert@potskids.de.
Diesmal haben uns für euch auf dem Erlebnishof Klaistow umgeschaut.
Text & Fotos: Tina Hoffmann
Ob zur Spargelzeit, zur Erdbeer- oder Heidelbeerernte oder zur Kürbisausstellung – der Erlebnishof Klaistow hat zu jeder Zeit viel zu bieten. Fanny (10) darf dort einen wunderbaren Ferientag verbringen.

Schon bei der Anfahrt sehen wir die schier endlosen Heidelbeerfelder umgeben von hohen Kiefern. Wir sind uns einig, dass wir erst einmal pflücken werden. Dann sehen wir allerdings die Rutschen und werfen den Plan wieder über den Haufen. Wir wollen auf jeden Fall dort anfangen. Gesagt – getan. Fanny rutscht zuerst die spiralförmige Tunnelrutsche, für die man einen hohen Holzturm hinauf muss. Nicht schlecht, aber es geht noch besser. Wir schnappen uns zwei Reifen und steigen die Treppe hoch. Von oben sieht die Abfahrt steiler aus als von unten und wir brauchen einen Moment, um uns zu trauen, dann sausen wir kreischend los. Die nächste Fahrt machen wir zusammen auf einem Reifen, danach wieder alleine. Könnte den ganzen Tag so weiter gehen, aber es ist heiß und wir sind schon ganz schön ins Schwitzen gekommen. Darum stellen wir uns auf dem Spielplatz eine Weile in den erfrischenden Sprühregen. Eine Wohltat. Kleinere Kinder tummeln sich an den Planschhüpfburgen, wo es eine Reifenwasserrutsche gibt.

Um auch von innen noch etwas abzukühlen, steuern wir die Eis-Scheune an. Es gibt zwar auch Blaubeereis mit Früchten direkt vom Hof, das lecker aussieht, aber gegen Cookieeis hat es keine Chance. Das wird erstmal genüsslich auf der Kuhbank geschleckt, die sich gegen Erdbeersessel und Heidelbeersitze durchgesetzt hat. Gleich daneben gibt es noch einen Stall mit süßen Kaninchen, die wir kurz beobachten, bevor wir uns Richtung Heidelbeerfeld aufmachen. Zuerst kommen wir allerdings noch an dem kleinen Nostalgieriesenrad vorbei, das Fanny mutig alleine besteigt. „Den Wald von oben zu sehen, war richtig schön“ sagt sie und nun machen wir uns endgültig auf den Weg, der aber weiterhin voller Ablenkungen steckt. Für die Rundfahrt im Jeep interessiert sich Fanny nicht, dafür für das Streichelgehege mit den Ziegen umso mehr. Die haben allerdings schnell genug von uns und verkrümeln sich in ihre Ruhezone. Macht aber nichts, denn wir haben ja noch viel vor.

Im Wald selbst locken am Wegesrand noch ein paar Kletterelemente, die ausgetestet werden, dann sind wir am Eingang und dürfen wir uns jede ein Körbchen für circa 1 Kilo Heidelbeeren nehmen. Wir werden zu Feld Nummer 3 geschickt. Das ist nochmal ein ordentlicher Marsch, aber unterwegs wandern auch schon einige Beeren, die über das Absperrband ragen, in unseren Mund. Wir sind einfach zu ungeduldig und sie sind sooo lecker! Allerdings hängen an unserem Zielfeld noch viel größere und reifere, die noch schmackhafter sind. Fanny sammelt emsig und als sie unsere Ausbeute vergleichen möchte, ist mein Korb tatsächlich noch leer. Ups! Die snacken sich aber auch echt schön weg. Aber dann legen wir beide richtig los und nach etwa einer dreiviertel Stunde ernten sind die Behälter bis zum Rand gefüllt. Weit laufen mussten wir dafür innerhalb des Feldes nicht, denn die Sträucher hängen prall voll. Wir sind richtig zufrieden mit der Ausbeute.
Beim Zurückgehen werden wir immer langsamer. Wir könnten noch Damwild von einem Ausguck bewundern, aber wir sind ganz schön platt und wollen lieber noch in den Hofshop. Dort kaufen wir noch zwei süße kleine Kühltaschen in Rosa mit Kirschen darauf, in die jeweils ein Heidelbeerkörbchen passt, Heidelbeerlippenbalsam, einen Heidelbeerlolli und einen mini Heidelbeer-Sahne-Likör.

Viel zu schnell sind drei Stunden um und wir gehen zu unserer Reservierung im Hofrestaurant, wo es freitags, samstags und montags ein Sommer-All-You-Can-Eat-Buffet gibt. Das lockt natürlich auch mit Heidelbeervariationen. An der Waffelstation, an der es köstlich duftet, könnt ihr euch beispielsweise noch Heidelbeeren oder Heidelbeersoße als Topping wählen. Leider haben wir dank Eis und Beeren naschen gar nicht so großen Hunger, um alles zu probieren. Ein bisschen Crème brulée zum Nachtisch geht aber selbstredend immer.
Danach ist noch etwas Zeit bis unser Bus kommt. Rutschen, Hüpfkissen und alles mögliche andere ist zwar verlockend für Fanny, aber wir entscheiden uns für den kühlen Sprühregen auf dem Spielplatz. Nicht einfach kurz durchrennen – wir bleiben einfach darunter stehen, bis es überall von uns herunter tropft. Herrlich. Als wir zur Haltestelle schlendern sind wir ein kleines bisschen wehmütig, dass wir für das Maislabyrinth neben uns genau einen Tag zu früh dran sind, aber es ist auch nicht weiter tragisch – auch so ist es ein rundum gelungener Ausflug von dem Fanny auch gleich Papa, Oma und Opa begeistert erzählt.